Kapelle

Die Kapelle “Mariä Heimsuchung” gehört wohl seit ihrer Erbauung schon zur Weihermühle selbst. Die sonst fast vollständig erhaltenen Archivalien des Schlosses Harmating geben darüber allerdings keine Auskunft. Die Weihermühle gehörte sicher schon im 16. Jahrhundert zum Schloss, erwähnt ist sie erstmals 1667. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie ein Kirchprobst, Georg Hintersperger, zu Lehen.

Aus Grund- und Aufriss zu schließen ist die Kapelle in mehreren Abschnitten entstanden. Der unregelmäßig geformte, dreiseitig geschlossene Chor wird zumindest im aufgehenden Mauerwerk bis zum Kaffgesims aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen. Das Langhaus mit Flachtonne und Dachreiter könnten eine Erweiterung des 18. Jahrhunderts, die Sakristei mit kleiner Herrschaftsloge ein Anbau des 19. Jahrhunderts sein.

Die sehr kleine Loge im Sakristeibau ist über eine kleine Treppe zugänglich; sie ist durch ein Fenster mit dem Kirchenraum verbunden. Ihre Existenz dokumentiert die Zugehörigkeit der Mühle zum Schloss bis ins 19. Jahrhundert. Der Kapellenaltar ist für eine Hofkapelle des 17./18. Jahrhunderts schon in den Ausmaßen sehr stattlich. Das zweisäulige Ädikularetabel mit Auszug und Dachungsengel rahmt ein Messenbild mit einer Landschaft. Erhalten haben sich das Tabernakel des 18. Jahrhunderts und zahlreiche Ausstattungsstücke wie Figuren, Leuchter und Ostensorien.

Über ihre geschichtliche Bedeutung hinaus, die im Wesentlichen in der Beziehung zum Schloss der Hofmark Harmating besteht, ist die Kapelle landschaftlich besonders reizvoll gelegen. Wenn auch vom Schloss etwas entfernt, bildet die Kapelle mit Weiher und Mühle am Fuß des Schlossberges mit dem Schloss und der Leonhardskapelle in Harmating eine Kunst und Landschaft verbindende Einheit, die für das 17. und 18. Jahrhundert typisch ist. Die künstlerische und gesellschaftliche Aussage dieses landschaftsprägenden Gruppe von Denkmälern ist von besonderer Dichte und deshalb überrgional bedeutsam.